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Sachbücher

Thomas Kielinger. Winston Churchill. Der späte Held

C.H. Beck.

„Über Winston Churchill zu schreiben, gleicht einem Wagnis, nicht nur aus Gründen der biographischen Bandbreite des im Alter von 90 Jahren Gestorbenen."
Churchills Selbstzeugnisse sind zahlreich, zugleich gibt es bereits eine große Menge Literatur über ihn. Eine weitere Biographie ist nun aufgrund der in den letzten Jahren stark gewachsenen Quellengrundlage mehr als gerechtfertigt und sicher anlässlich seines fünfzigsten Todestages im Januar 2015 gut platziert.
Thomas Kielinger, vielfach ausgezeichneter Journalist und Träger des Ordens eines Honorary Officer of the Order of the British Empire, navigiert den Leser mühelos durch das Labyrinth von Churchills in extremen Höhen und Tiefen verlaufenden Lebens. Trotz angespannter familiärer Verhältnisse und zum Teil denkbar schlechter schulischer Ergebnisse des jungen Churchill entfaltet er später beeindruckende Talente - zum einen auf künstlerischem Gebiet als mit dem Nobelpreis geehrter Schriftsteller und Maler, besonders aber auf politischem Terrain, was Gespür, Weitsicht, Stehvermögen und eine gewisse unentbehrliche Skrupellosigkeit anbelangt. Soldat in den englischen Kolonialkriegen, Kriegskorrespondent, Kriegsminister, später englischer Premierminister sind nur einige spannend erzählte Stationen der ersten Lebenshälfte. Thomas Kielinger hebt Politisches und Psychologisches auf eine Ebene und interessiert sich dabei besonders für die Person Churchill vor dem weltgeschichtlichen Panorama zweier Weltkriege, welches er als „später Held" und widerständiger Kontrahent Hitlers entscheidend prägt – „aus welchen Ressourcen schöpfte er immer wieder seine Kraft zum Aufstieg nach Niederlagen und Scherbengerichten?"
Ein äußerst spannendes Buch – präzise, anregend und hervorragend erzählte Geschichte. mc

400 Seiten
24.95 €

Susanne Kippenberger. Das rote Schaf der Familie

Hanser

Fast könnte man meinen, Susanne Kippenberger müsse eine Mitford der jüngeren Generation sein, so pointiert, witzig und klug erzählt sie die Geschichte der Mitfords. Die Großeltern, die Eltern, alle waren exzentrisch, englische Upperclass, auch die sieben Kinder, sechs Mädchen und ein Sohn. Aufgewachsen auf diversen ländlichen Wohnsitzen, immer wieder auch in London, sorgten vor allem die jungen Ladys, extrem in ihrem Verhalten und ihren Weltanschauungen, für anhaltende Aufregungen und Presseklatsch. Nancy, die Älteste, war antifaschistisch und porträtierte in ihren Büchern scharfzüngig ihre Klasse; Diana und Unity, bekennende Faschistinnen, Geliebte des englischen Faschistenführers Mosley die eine, Hitlerverehrerin die andere.
Dazwischen Pamela, die für Mitford-Verhältnisse geradezu unaufgeregt und häuslich war, und die Jüngste, Deborah, Partygirl ohne das geringste Interesse an Literatur und Politik. Und dann Jessica, das „rote Schaf". Sie wurde sehr jung noch überzeugte Kommunistin und sie ist diejenige, die sich am vehementesten aus ihrer Klasse und Familie befreite. Schon mit 12 Jahren hatte sie sich für alle Fälle ein „Weglaufkonto" bei der Hausbank der Familie eingerichtet, brannte dann 1936 mit ihrem Vetter nach Spanien durch. Danach ging's weiter in die USA, die für Jessica zum Lebensmittelpunkt wurden.
Jessica gehört die Sympathie von Susanne Kippenberger. Das Buch ist nicht nur eine amüsant zu lesende Story einer ungewöhnlichen Familie, es entsteht auch ein Zeitbild Englands vor und im Zweiten Weltkrieg.
Beeindruckend erzählt wird das Leben Jessicas als Journalistin und Kämpferin für Menschenrechte und gegen Rassismus. Sie wird als immer temperamentvolle, nie langweilige Persönlichkeit geschildert. Ebenso ist das Buch: voller Humor und Lebenswissen. rg
 
624 Seiten
26 €

IRINA SCHERBAKOWA. DIE HÄNDE MEINES VATERS. EINE RUSSISCHE FAMILIENGESCHICHTE

Droemer, 415 Seiten €[D]22,99 | € [A] 23,70

Was Karl Schlögel als Gesamtschau in seinem Buch Das Sowjetische Jahrhundert gelingt, bietet die Historikerin Iirina Scherbakowa am Beispiel von vier Generationen ihrer russisch-jüdischen Familie: das Wunder des Überlebens in grausamer Zeit.Die Urgroßmutter entkommt den Pogromen der Zarenzeit. Der Vater dient der Kommunistischen Internationale als Spanien-Referent. Die Familie wohnt sogar im Hotel Lux, dem Fluchtort vieler Kommunisten vor Hitlers Schergen, die aber dort vor Stalins Terror auch nicht sicher sind. Rassismus und massiver Antisemitismus, auch im Schatten der Internationalismus-Idee des Kommunismus, prägen die Sowjetwirklichkeit von Anfang an und sind auch im heutigen Russland vorhanden. Noch immer sind die Verbrechen der Stalinzeit nicht voll aufgedeckt. Irina Scherbakowa arbeitet in der Menschenrechts-Organisation „Memorial“. Ihr Buch ist ein wichtiges Dokument gegen das Vergessen. Jürgen Schleicher

KARL SCHLÖGEL. DAS SOWJETISCHE JAHRHUNDERT.ARCHÄOLOGIE EINERUNTERGEGANGENEN WELT

C.H. Beck, 912 Seiten € [D]38,- | € [A]39,10

Dieses grandios geschriebene Buch schildert hundert Jahre Versuch, die Utopie einer gerechten Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Was als Befreiung der Menschheit gedacht war, litt an einem

Geburtsfehler, dem Gift der Despotie: Herrschaft von oben nach unten durch die Führer der allmächtigen Kommunistischen Partei.Karl Schlögel nimmt uns mit vom euphorischen Aufbruch der Revolution durch Bürgerkrieg, brachiale Industrialisierung, Hungerelend, Gulag-System und stalinistischen Terror, Krieg und Entstalinisierung. Als letzte Hoffnung galt die Perestroika-Zeit. Dann kam der Kapitalismus zurück und jetzt die Putin-Herrschaft. Mit großer Empathie lässt uns Schlögel teilnehmen am Alltagsleben der Menschen und und nötigt uns Respekt ab für deren Leidensfähigkeit. Wer das heutige Osteuropa begreifen will, sollte dieses Buch lesen. Jürgen Schleicher

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