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RONYA OTHMANN. DIE SOMMER

Hanser Verlag
 
Jedes Jahr im Sommer besucht Leyla ihre Großeltern in einem Dorf in Nordsyrien. Wie ihr Vater sind sie kurdische Jesiden. Das Dorf liegt nahe der türkischen Grenze. Die Dorfbewohner sind der Grenzpolizei ausgesetzt, ihrer Willkür und militärischen Präsenz. Leyla fühlt sich jeden Sommer wie eine Prinzessin auf Staatsbesuch. In ihren sauberen Kleidern klebt nach wenigen Stunden der ewige Staub der nordsyrischen Felder. Sie kennt die Schlaglöcher des Dorfes nicht und verliert dadurch bei jedem Kinderspiel, bei dem es ums schnelle Davonkommen geht. Leyla lebt eigentlich in Süddeutschland und durchläuft dort eine normale Mittelschichtsskindheit und -jugend. Doch die Familiengeschichte, die vor allem die Fluchtgeschichte des Vaters ist, kann und darf sie nicht loslassen, weil sie fester Teil ihrer Existenz ist. Der Vater verließ das kleine Grenzdorf, weil er sich weigerte als Spion zu arbeiten. Es folgte: Flucht, Gefangennahme, Folter. Dann Freikommen und Ankommen, das Gründen einer Familie in Deutschland. Doch der Vater ist gebrochen, sitzt Tag und Nacht vor dem Fernseher. Als 2014 der IS Tausende Jesiden tötet und verfolgt, fasst Leyla einen Entschluss.
Ronya Othmanns Roman ist ein Zeugnis von Krieg und Flucht, gleichzeitig eine Erzählung die diese Ereignisse innerhalb des Organismus einer Familie eindringlich beleuchtet. Eine innige Liebe verbindet Leyla mit der Großmutter. In kleinen intensiven Szenen lebt diese Verbindung auf, wird eingefangen in der Bewältigung des kärglichen Alltags im Dorf. Leylas Ohnmacht den politischen Zuständen gegenüber, ihre Entfremdung vom geliebten Vater sowie persönliche Autonomiebestrebungen – all das ist in einem scheinbar nur beschreibenden Ton erzählt. Doch sind es gerade die Schlupflöcher in der Lakonie durch welche das lesende Auge ins bewegte Innenleben der Figuren blickt. Dass der Roman ohne Ironie und vorgeschobenen Subjektivismus auskommt – das macht ihn zu einem bemerkenswerten Romandebüt der jungen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Tristan Wagner
 
288 Seiten
€ 22,-
 
 
 
 
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