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Aus dem Russischen von Alexander Nitzberg
Kiepenheuer und Witsch

Boris Sawinkow war Anarchist, Terrorist, genialer Planer von Attentaten, er gehörte zu den russischen Sozialrevolutionären und war Schriftsteller. Seinen ersten Roman Das fahle Pferd (dt. 2015 bei Galiani) schrieb er l907/08 im Exil in Paris, wohin ihm nach einem misslungenen Attentat und Inhaftierung in der Festung Sewastopol zu fliehen gelungen war. Wichtigste Figur und Erzähler im Roman ist Georg, er bekennt sich zu Revolution und Terror, getötet werden muss nicht für persönliche Ziele, sondern weil man für ein neues Russland töten muss. Das 4. apokalyptische fahle Pferd mit seinem Reiter steht in der Offenbarung des Johannes für den Tod – möglicherweise ist Georg dieser Reiter.
Auch im 16 Jahre später, nach neuerlicher Emigration in Paris, geschriebenen Roman Das schwarze Pferd ist Georg Hauptperson und Erzähler. Der Titel bezieht sich auf das 3. apokalyptische Pferd, der Roman beginnt im Jahr 1917. Georg ist zunächst Oberst in der weißen Armee, dann kämpft er für die grünen Bauernsoldaten, dann als Großstadtrevolutionär in Moskau, immer gegen die Bolschewisten und ihren Herrschaftsanspruch und immer desillusionierter. In Tagesberichten und Reflexionen schreibt er vom Verhängnis eines Bürgerkriegs, in dem alle für Russland kämpfen und alle für Russland sterben. Was mit Terror im fahlen Pferd begann, wird für Georg zur Frage nach Wahrheit, wer hat Recht – alle? – warum töten wir und wird unsere Schuld durch den eigenen Tod aufgehoben?
Sawinkow erzählt hochkonzentriert, kühl und ruhig, immer wieder in einem eindringlichen Sprachrhythmus, der an biblische Weissagungen erinnert. Am Ende verlässt Georg Moskau. Noch einmal zitiert er aus der Offenbarung „Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der daraufsaß hatte eine Waage in seiner Hand.“ Bei Sawinkow erscheinen die Pferde in umgekehrter Reihenfolge, zuerst das 4. – der Tod – und dann das 3. – Krankheit und Not. Ein Bild der Hoffnung?
Das schwarze Pferd, entstanden aus Sawinkows eigenem Erleben, ist kein autobiographischer Roman, es ist wie Bulgakows Weiße Garde und Babels Reiterarmee eine eindrucksvolle, poetische Erzählung der russischen Revolutionszeit. rg

290 Seiten

23,00€

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