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Suhrkamp
 
"Dies ist die Geschichte der Wintertage Ende des Jahres 1959, Anfang 1960. In dieser Geschichte gibt es Irrtum und Lust, es gibt enttäuschte Liebe, und es gibt so etwas wie die Frage nach Religiosität, die hier unbeantwortet bleibt."
So der Beginn des neuen Romans Amos Oz' und schon hat er uns Leser eingefangen.
In diesem Winter gibt Schmuel Asch, 25 Jahre jung, sein Studium, das er mit einer Arbeit über Jesus aus jüdischer Sicht abschließen wollte, in Jerusalem auf. Seine Eltern können ihn nicht weiter finanziell unterstützen, die Freundin hat ihn verlassen, um einen früheren Freund zu heiraten. Schmuel denkt daran, die Stadt zu verlassen. Er bleibt, als ihm eine ungewöhnliche Aufgabe angeboten wird: Im Hause des alten, gebrechlichen, aber intellektuell vollkommen präsenten Gershom Walds wird er gegen Kost und Logis dessen nächtlicher Gesprächspartner und Vorleser und verliebt sich in dessen ebenso schöne, wie kühl kapriziöse und seelisch schwer verletzte Schwiegertochter Atalja Abrabanel. Wir ahnen es: Es wird eine ganz und gar unmögliche Liebe.
Der eigentliche Protagonist des Romans aber ist Judas Ischariot, der Archetypus des Verräters.
Der Verrat ist das zentrale Thema dieses Buches und nur ein Autor dieses Formats ist in der Lage, dieses Motiv so grandios und gleichzeitig unaufgeregt minimalistisch, drei Zimmer, eine Küche, drei Protagonisten, historisch, politisch und psychologisch zu öffnen.
Aber wer ist ein Verräter? Und was bewegt Menschen, andere, und nicht selten die engagiertesten, des Verrats zu bezichtigen? War Judas ein Verräter? Amos Oz gibt eine sehr kontroverse, ja provokante Antwort: " Nämlich, dass manchmal gerade der, den man einen Verräter nennt, der loyalste, liebevollste und treueste von allen ist." Und damit nicht genug: " Judas Ischariot ist das Tschernobyl des Antisemitismus.... Ich hatte das Bedürfnis, diese ganze Sache auf den Kopf zu stellen."
Amos Oz hat in diesem Roman die existentiellen Themen seines Landes und Volkes in eine atmosphärisch dichte und starke Geschichte verwandelt, die souveräne Parallelführung historischer und gegenwärtiger Themen und Motive lassen eines erkennen: dies ist Weltliteratur.
"Die hebräische Sprache ist mein einziges Zuhause," sagt Amos Oz. Danke, Miriam Pressler, dass wir Einlass finden.
Man wiederholt sich mit der Frage: Wann wird dieser Autor endlich in Stockholm gebührend für sein literarisches Lebenswerk geehrt? Geben wir die Hoffnung nicht auf, der Autor ist 75 Jahre jung.
sg
 
323 Seiten
22,95€
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